Mediendiplom Darmstadt
Mediendiplom Darmstadt

Sozialdezernentin Barbara Akdeniz zieht Bilanz:  1. Jahr Bildungs- und Präventionsprojekt Mediendiplom / Akdeniz: „Kinder und Jugendliche haben das Projekt mit großer Begeisterung angenommen und dabei gelernt, Medienangebote reflektiert zu nutzen, zu verstehen und zu bewerten“

 

Nach einem Beschluss des Magistrates im Mai 2015 unter Federführung des Sozialdezernates von Stadträtin Barbara Akdeniz startete die Wissenschaftsstadt vor rund einem Jahr das neue Medienbildungs- und Präventionsprojekt „Mediendiplom“ für Kinder und Jugendliche. Mit der Durchführung der verschiedenen Angebote im Rahmen dieses Projekts wurde das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK Hessen) beauftragt.  

Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz zieht eine erste Bilanz: „Mit den verschiedenen Aktionen im Rahmen des Projekts Mediendiplom sollten und sollen die Darmstädter Kinder und Jugendlichen in die Lage versetzt werden, Chancen und Risiken der Mediennutzung zu erkennen und lernen, Medienangebote strategisch auszuwählen, reflektiert zu nutzen, zu verstehen und zu bewerten. Dabei haben sich im ersten Halbjahr 2015 10 Darmstädter Grundschulklassen aus der Astrid-Lindgren-Schule , der Goetheschule, der Bessungerschule, der Schillerschule, der Georg-August-Zinn-Schule und der Heinrich-Hoffmann-Schule mit viel Spaß und Engagement an dem Projekt beteiligt“, erläutert Akdeniz.

 

Startschuss für das Projekt war das Thema „Radio ist mehr als Musik“. Dabei standen die Förderung der Sprachkompetenz sowie sozialer und kreativer Kompetenzen im Vordergrund. Neben der Produktion von Hörspielen, die von den Kindern selbst entwickelt und produziert wurden, bildete die Produktion einer Live-Sendung bei Radio Darmstadt, in der die Ergebnisse der Kinder gesendet und kommentiert wurden, den Höhepunkt dieses Teilprojektes, das in Kooperation mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien realisiert wurde. Nun soll eine feste Kinderredaktion bei Radio Darmstadt eingerichtet werden.

 

In einem weiteren Teilprojekt besuchten zehn weitere Gruppen bestehend aus Kindern und Jugendlichen freier Träger und Schul-AGs, Darmstädter Institutionen, wie das darmstadtium, den SV 98, die Firma Playzo, Radio Darmstadt und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, um ihre Medienkompetenz zu erweitern. „Auf diese Weise konnten die Teilnehmenden von Profis lernen, wie sie sich in sozialen Netzwerken verhalten sollten, wie ein Computerspiel entsteht oder wie ein Mensch im Film fliegen kann. Gleichzeitig dokumentierten die Kinder und Jugendlichen ihren Besuch mit Fotos und produzierten digitale Comics“, so Akdeniz weiter.

 

Auch Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation sieht das Projekt auf einem guten Weg: „Der soziale Aspekt bei unseren Medienprojekten ist sehr hoch. Das Mediendiplom versteht sich als Medienbildungsprojekt. Wir wollen bei allen Mediendiplom-Projekten eine Mischung aus Informationen und Medienpraxis anbieten“, so Holnick.

 

Elternabende und Schulungen der Lehrkräfte ergänzten die Angebote. Hierbei wurden die Themen Strategien im Umgang mit Medien wie z.B. Umgang der Kinder mit Computer oder Tablet, ab wann ist ein Handy sinnvoll oder aber auch die Probleme und Ängste der Eltern im eigenen Umgang mit den Medien besprochen.

 

Aus den vielen Veranstaltungen heraus entwickelten das MuK Hessen und das Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Medienbroschüre „Hallo Medien!“, die es Kindern der dritten und vierten Klasse ermöglicht, sich schnell und in kindgerechter Sprache über das Thema zu Informieren. Gleichzeitig bietet diese Broschüre Eltern und Lehrkräften eine Unterstützung bei der Vermittlung des richtigen Gebrauches verschiedenster Medien. Die Broschüre wird allen Kindern der 3. Und 4. Klasse über ihre Grundschule verteilt.

 

Das Mediendiplom findet seine Fortsetzung am 26. Februar im Rahmen eines Medienkongresses ab 9 Uhr im Schlösschen im Prinz-Emil-Garten. Schülerinnen und Schüler der Darmstädter Grundschulen sind hierzu eingeladen. Neben der Übergabe der Mediendiplome an die Kinder, die bisher an dem Projekt teilgenommen haben, werden in verschiedenen Workshops mit den Kindern Themen wie Socialmedia, Comic, Animationsfilme und Special Effects angesprochen. Ein weiterer Termin ist für den 22.04.2016 vorgesehen, um allen Kindern der Grundschulklassen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Seit September 2015 wird das Mediendiplom in Kooperation mit Kinder und Jugendeinrichtungen und Schulen durchgeführt. Die praktischen Angebote zum Umgang mit den digitalen Medien wurden dann mit oder bei regionalen Medienpaten, dem SV 98, dem Darmstadtium, der Firma Playzo GmbH, Radio Darmstadt RADAR und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft bereitgestellt. So können Kinder und Jugendliche verschiedene Orte und Einrichtungen in Darmstadt kennen lernen, sammeln Erfahrung im Sozialraum Darmstadt und können gleichzeitig etwas über den Umgang mit digitalen Medien erfahren. Das Mediendiplom wurde so zu einem festen Angebot für Darmstädter Kinder und Jugendliche und wird sich weiterhin ausbauen. Gleichzeitig werden über die teilnehmenden Kinder und Jugendeinrichtungen oder Schulen auch Elternabende oder medienpädagogische Fortbildungen angeboten. 

 

Die Partner bei den Paten

 

22.09.    Tagesgruppe Lö.we im Darmstadtium 

 

Die Führung im Darmstadtium ist vor Allem eine Superlative der Datentechnik, die Jungengruppe vom Team Lö.we konnte das voll genießen , zumal Herr Gaussmann bei der Führung voller Begeisterung und sehr unterhaltsam auf die einzelne Superlativen vor Ort einging. Z.B. wissen wir jetzt, daß das Darmstadtium die schnellste Internetverbindung in Südhessen hat. Außerdem durfte die Gruppe auf das Dach des Gebäudes und bekam so eine neue Perspektive auf ihre Heimatstadt.

 

 

19.10.    Aktivspielplatz Herrengarten  bei PLAYZO  GmbH

 

Dank Claudia Stricker von Playzo bekamen die Teilnehmenden einen guten Einblick, wie eine Spieleherstellerfirma funktioniert. Wie läuft das mit den privaten Daten der Spieler, wie sieht es mit den Kosten aus? Alles Themen, die den Teilnehmern bisher nicht bekannt waren. Höhepunkt war der Eyetracker, eine Software die genau aufzeigt wie ein Spieler den Monitor wahrnimmt ,bzw. wo er hinschaut. Dies wird aber nicht nur bei der Herstellung von Computersoftware benutzt, sondern auch in der Werbung.

 

 

 20.10.   Gartenhort der Jugend  beim SV98

 

Der Gartenhort wandte sich mit konkreten Fragestellungen zur Medienpädagogik ans MUK Hessen und fragte nach einer Fortbildung. Die Fortbildung wurde im Mai 2015 durchgeführt und aus ihr ergab sich eine Teilnahme am Angebot des Mediendiploms für die Kinder für die aktuell beliebteste Station beim Mediendiplom. Die Lilien sind in der Bundesliga und daher in aller Munde. Neben vielen Aspekten um soziale Netzwerke, wurde besonders die Frage, wie ein Verein und seine Spieler mit öffentlicher und digitaler Präsenz umgehen, erörtert. Tom Lucka konnte auch immer gute Querverweise zum normalen Netzwerke Alltag unterbringen. Regel Nr. 1 im sozialen Netzwerk: Immer freundlich bleiben, Konflikte vermeiden und nicht auf aggressives Verhalten im Netz reagieren. Höhepunkt des Tages fernab der digitalen Medien: Torhüter Christian Mathenia kam vorbei und stellt sich den Fragen der Kids.

 

 

16.11.     Intensiv Klasse Stadtteilschule Arheilgen SKA  bei Radio RADAR

 

Eine international gemischte Klasse der Stadtteilschule macht eine eigene Radiosendung. Außerdem erfahren sie Unterschiede zwischen kommerziellem Radio und nichtkommerziellem Lokalradio. Cordula Kahl erklärte sehr anschaulich wie Radio funktioniert und dann konnten die Kids ihre eigenen Ansagen aufnehmen. Toll, dass die Sendungen, die während des Mediendiploms entstehen auch öffentlich gesendet werden

 

 

 

18.11.     Matthäusgemeinde beim SV98

 

Die Kids der Matthaeusgemeinde waren kaum auf dem Gelände des Böllenfalltors, als der erste Fußballprofi auf dem Weg zum Training erschien und zahlreiche Autogrammwünsche und Selfies erledigen musste. Patrick Platins war dabei sehr nett und erfüllte selbstverständlich  alle Wünsche, so dass die Teilnehmer sich wunderten wie „normal“ so ein Spieler ist. Bei der Station Böllenfalltor stehen immer die sozialen Netzwerke im Vordergrund. Daher ging es vor allem um Persönlichkeitsrechte der User, sowie um die Chatiquette.

 

 

24.11.    Kinderhaus Johannisviertel bei PLAYZO GmbH

 

Illegale Downloads und Urheberechte waren die Themen beim Mediendiplom an diesem Tag. Claudia Stricker konnte außerdem sehr interessant erklären, wie eine Softwarefirma, die kostenlose Spiele auf den Markt bringt, trotzdem Geld verdienen kann. Ein Mediengestalter der Firma zeigte den Kids wie die einzelnen Bestandteile der Spielesoftware aufwendig am PC mit Profisoftware entstehen und die erstaunten Kids diskutierten lange, wieviel Zeit sie wohl brauchen würden um eine Figur in einem Spiel zu kreieren.

 

 

01.12.    Medien AG Bernhard Adelungen Schule bei Bildungswerk der                         Hessischen  Wirtschaft

 

Eigene Videosequenzen und eigene Interviewsequenzen konnten die Kids der Tagesgruppe zusammen mit Christian Mayer vom Bildungswerk drehen. Die Teilnehmenden konnten so lernen, wie ein Film oder eine Dokumentation entsteht, auch wie manipuliert werden kann. Alleine die Tatsache, dass die Teilnehmer selbstständig Profigerät bedienen dürfen sorgte für eine gewisse Aufregung. Dann wurde noch gezeigt, wie man mit Greenscreen Menschen auf verschiedene Hintergründe projizieren kann.

 

02.12.   Video AG Erich Kästner Schule  bei Radio Darmstadt RADAR

 

Die Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner Schule waren begeistert, dass sie eine eigene Sendung im Radio gestalten durften und hatten jede Menge eigene Musik ausgesucht und mitgebracht. Als es dann an die Mikrophone ging und erste Aufnahmen gemacht wurden, wurde deutlich, wie das Lampenfieber anstieg. Zum Schluss der Sendung waren dann aber alle so vertraut mit der Technik, dass niemand mehr aufhören wollten zu moderieren.

 

08.12.   Medien AG der ELO im Darmstadtium

 

Diesmal war die Gruppe im Darmstadtium besonders von der Architektur begeistert. Eine realtimecomic der von den Kids fotografiert wurde, beschäftigte sich nur mit diesem Thema. Dass die Kids Erfahrung mit Medien hatten merkte man daran, wie schnell verschiedenen Comics gestaltet wurden.

Einen eigenen Werbefilm oder Trailer für den Boys Club zu drehen war das große Ziel der Teilnehmer an diesem Tag. Mit Hilfe von Christian Mayer, der die Videotechnik erklärte und später auch zeigte wie Filmschnitt funktioniert, war das kein Problem. Ein typisches Ergebnis beim Mediendiplom auch diesmal: Die Teilnehmer informieren sich über die Möglichkeiten, auch außerhalb der Schule und des Mediendiploms, mit Medien arbeiten zu können.

 

08. Mai 2015 Fortbildung Kita Gartenhort

 

11. Juni 2015  Elternabend für alle Eberstädter Schulen in der Frankensteinschule

 

05. November 2015 Elternabend an der Edith Stein Schule

 

Pressemitteilung Februar 2016

 

Sozialdezernentin Barbara Akdeniz zieht Bilanz:  1. Jahr Bildungs- und Präventionsprojekt Mediendiplom / Akdeniz: „Kinder und Jugendliche haben das Projekt mit großer Begeisterung angenommen und dabei gelernt, Medienangebote reflektiert zu nutzen, zu verstehen und zu bewerten“

 

Nach einem Beschluss des Magistrates im Mai 2015 unter Federführung des Sozialdezernates von Stadträtin Barbara Akdeniz startete die Wissenschaftsstadt vor rund einem Jahr das neue Medienbildungs- und Präventionsprojekt „Mediendiplom“ für Kinder und Jugendliche. Mit der Durchführung der verschiedenen Angebote im Rahmen dieses Projekts wurde das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen (MuK Hessen) beauftragt.  

Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz zieht eine erste Bilanz: „Mit den verschiedenen Aktionen im Rahmen des Projekts Mediendiplom sollten und sollen die Darmstädter Kinder und Jugendlichen in die Lage versetzt werden, Chancen und Risiken der Mediennutzung zu erkennen und lernen, Medienangebote strategisch auszuwählen, reflektiert zu nutzen, zu verstehen und zu bewerten. Dabei haben sich im ersten Halbjahr 2015 10 Darmstädter Grundschulklassen aus der Astrid-Lindgren-Schule , der Goetheschule, der Bessungerschule, der Schillerschule, der Georg-August-Zinn-Schule und der Heinrich-Hoffmann-Schule mit viel Spaß und Engagement an dem Projekt beteiligt“, erläutert Akdeniz.

 

Startschuss für das Projekt war das Thema „Radio ist mehr als Musik“. Dabei standen die Förderung der Sprachkompetenz sowie sozialer und kreativer Kompetenzen im Vordergrund. Neben der Produktion von Hörspielen, die von den Kindern selbst entwickelt und produziert wurden, bildete die Produktion einer Live-Sendung bei Radio Darmstadt, in der die Ergebnisse der Kinder gesendet und kommentiert wurden, den Höhepunkt dieses Teilprojektes, das in Kooperation mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien realisiert wurde. Nun soll eine feste Kinderredaktion bei Radio Darmstadt eingerichtet werden.

 

In einem weiteren Teilprojekt besuchten zehn weitere Gruppen bestehend aus Kindern und Jugendlichen freier Träger und Schul-AGs, Darmstädter Institutionen, wie das darmstadtium, den SV 98, die Firma Playzo, Radio Darmstadt und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, um ihre Medienkompetenz zu erweitern. „Auf diese Weise konnten die Teilnehmenden von Profis lernen, wie sie sich in sozialen Netzwerken verhalten sollten, wie ein Computerspiel entsteht oder wie ein Mensch im Film fliegen kann. Gleichzeitig dokumentierten die Kinder und Jugendlichen ihren Besuch mit Fotos und produzierten digitale Comics“, so Akdeniz weiter.

 

Auch Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation sieht das Projekt auf einem guten Weg: „Der soziale Aspekt bei unseren Medienprojekten ist sehr hoch. Das Mediendiplom versteht sich als Medienbildungsprojekt. Wir wollen bei allen Mediendiplom-Projekten eine Mischung aus Informationen und Medienpraxis anbieten“, so Holnick.

 

Elternabende und Schulungen der Lehrkräfte ergänzten die Angebote. Hierbei wurden die Themen Strategien im Umgang mit Medien wie z.B. Umgang der Kinder mit Computer oder Tablet, ab wann ist ein Handy sinnvoll oder aber auch die Probleme und Ängste der Eltern im eigenen Umgang mit den Medien besprochen.

 

Aus den vielen Veranstaltungen heraus entwickelten das MuK Hessen und das Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Medienbroschüre „Hallo Medien!“, die es Kindern der dritten und vierten Klasse ermöglicht, sich schnell und in kindgerechter Sprache über das Thema zu Informieren. Gleichzeitig bietet diese Broschüre Eltern und Lehrkräften eine Unterstützung bei der Vermittlung des richtigen Gebrauches verschiedenster Medien. Die Broschüre wird allen Kindern der 3. Und 4. Klasse über ihre Grundschule verteilt.

 

Das Mediendiplom findet seine Fortsetzung am 26. Februar im Rahmen eines Medienkongresses ab 9 Uhr im Schlösschen im Prinz-Emil-Garten. Schülerinnen und Schüler der Darmstädter Grundschulen sind hierzu eingeladen. Neben der Übergabe der Mediendiplome an die Kinder, die bisher an dem Projekt teilgenommen haben, werden in verschiedenen Workshops mit den Kindern Themen wie Socialmedia, Comic, Animationsfilme und Special Effects angesprochen. Ein weiterer Termin ist für den 22.04.2016 vorgesehen, um allen Kindern der Grundschulklassen eine Teilnahme zu ermöglichen.

 

Radio ist mehr als Musik

Das Hörspielprojekt erreichte 192 Kinder, 38 Lehrerinnen und  104 Eltern

Das Hörspielprojekt vermittelt Medienkompetenz an drei unterschiedliche Zielgruppen – an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, und Kinder. Die eigenen Erfahrungen mit der Wahrnehmung und vor allem mit der Herstellung eines „Produkts“ für das Medium Radio stehen im Vordergrund. Im Kern ging es um die Kompetenz des Hörens und damit um die Einordnung der Wirkung medial inszenierter Sounds und die Fähigkeit, ihnen eigenständig, analytisch und wissend gegenübertreten zu können. Darüberhinaus spielte die Reflexion der eigenen Mediennutzung eine große Rolle – sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen. Darüber nachzudenken, wann, warum und mit welchem Ziel und welchen Bedürfnissen ich welches Medium nutze macht sozusagen den Anfang einer bewussten Mediennutzung und einer selbstkritischen Reflexion und bildet damit den Start und die Grundlage für Medienkompetenz.  In einem zweiten Schritt ist der Austausch darüber notwendig, gerade unter Eltern wird dies immer wieder auf Elternabenden zum Thema – „Wie gehst du damit um, wenn deine Kinder immer nur Computer oder Tablet spielen wollen?“ „Welche Strategien sind sinnvoll, welche taugen überhaupt nichts und führen nur zu ständigen Familienstreitigkeiten?“ „Ab welchem Alter soll ich meinem Kind ein Handy kaufen?“ sind nur einige Beispiele für Diskussionen auslösende Fragen. Aber auch die generationenübergreifende Diskussion und der Austausch über die eigenen Probleme und Ängste ist bei diesen Fragen und Themen wichtig. Hier eröffnen sich Möglichkeiten des gegenseitigen Verstehens und Verständnisses bis hin zur Akzeptanz von Verhaltensformen des jeweils Anderen.

Auf einer zweiten Ebene geht es bei der praktischen Ausgestaltung der Projektwoche um die Produktion eines Hörspiels. Die Inhalte und Ziele bestehen im Detail in der Verortung des Mediums Hörspiel in der zeitgenössischen Medienkultur sowie der Analyse der Strukturen und der Erkundung der Vielseitigkeit des phantasievollen Verstehens von Hörspielen und Audio-Formen. Die spielerische Heranführung an die Medialität des Hörspiels, die Entwicklung eines Gefühls für die entsprechende eigene Darstellungen und die Stärkung des individuellen (vor allem emotionalen) Selbstausdrucks der Kinder (v.a. durch verschiedene Varianten von freiem szenischen Spiel und der gemeinsamen Suche nach akustischen Beiträgen aller Art) sind zentraler Bestandteil des Projektes.

Neben der technischen und der kreativen Kompetenz geht es vor allem um die Sprachkompetenz. Situationen, Gefühle und Stimmungen mit dem Medium Sprache auszudrücken ist für Kinder selbstverständlich, passiert aber selten reflektiert und bewusst. Damit fördert das Projekt an dieser Stelle die Reflexion der eigenen Emotionalität ebenso wie die Ausdrucksfähigkeit über die eigene Sprache, oder im Fall von Kindern mit Migrationshintergrund auch das Erlernen der deutschen Sprache in gesprochener Form.

Die Produktion eines eigenen Hörspiels erfordert einen kreativen, emotionalen und versierten Umgang mit dem Medium Sprache auf unterschiedlichen Ebenen. Einerseits geht es um das „Sprechen Können“, als um die für andere verständliche Anwendung der hier benutzten deutschen Sprache. Dies ist in der heutigen Generation der Grundschülerinnen und Grundschüler keine Selbstverständlichkeit, da sowohl auf dem Land als auch in der Stadt Klassen mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten Quote an Kindern unterschiedlichster Nationalitäten und Kulturen, inzwischen auch Flüchtlingskinder zum Alltag gehören.

Daneben tritt die Benutzung der Sprache als der ureigenen individuellen Ausdrucksmöglichkeit, und als Zugehörigkeitssymbol zu einer Kinderkultur. Damit wird auch klar, dass das selbst produzierte Hörspiel keinen vorgegebenen Text, keine schon existierende Geschichte zur Grundlage haben kann. Durch die Erfindung ihrer eigenen Geschichte und den sprachlichen Ausdruck dieser Geschichte in der eigenen Sprache (es wird kein Text aufgeschrieben und abgelesen, sondern jeder Satz wird im Moment seines Sprechens zum authentischen und soeben erst entstandenen Beitrag, der damit die Individualität des jeweils Sprechenden ebenso abbildet, wie die Identifikation mit der erfundenen Rolle der gespielten Figur und damit die kindliche Lust am eintauchen in die Welt der Fantasie spiegelt und zugleich das fiktive Spiel mit unterschiedlichsten Rollen für Kinder fassbar macht.), immer mit Bezug auf die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern, die Rahmenbedingungen ihres Aufwachsens wie Raum und Zeit, Bildungshintergrund, Familienstrukturen etc. wird Kinderkultur sichtbar und hörbar.

Da heute statistischen Daten zufolge innerhalb von Familien die Sprache als Kommunikationsmedium immer weniger produktiv genutzt wird (durchschnittlich wird in Familien 8 Minuten täglich miteinander gesprochen), verlernen Kinder immer mehr den selbstverständlichen Umgang mit Sprache als dem ihnen eigenen und eigentlichen Ausdrucks- und Kommunikationsmedium.

Alle beteiligten Lehrerinnen können diese Problematik heutiger Kindergenerationen, die unabhängig von einem möglichen Migrationshintergrund Kinder aller Bildungsschichten betrifft, belegen. Die Produktion eines Hörspiels, das zu einem überdurchschnittlich großen Teil auf Sprache beruht, trifft also eine allgemein zu verortende Problematik ins Herz. Kinder bekommen über ein technisches Medium (Mikrofon, Anwendung von digitaler Audioschnittsoftware) einen spielerischen und begeisternden Zugang zur eigenen Sprache, lernen sich mit Sprache nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional auszudrücken und die symbolischen Bedeutungen und Deutungsmöglichkeiten zu verstehen und anzuwenden.

Das Projekt „Radio ist mehr als Musik“ fördert damit die Kommunikationskompetenz von Kindern auf mehreren Ebenen gleichzeitig und leistet zum Abbau von Sprachlosigkeit innerhalb unserer Gesellschaft einen entscheidenden Beitrag.

 Die Kommunikation und das Verstehen von Stimmung und Gefühlen durch Sprache und Musik, die kreative Entwicklung eigener Hörspielinhalte sowie das Wecken eines Verständnisses für deren Komplexität und Manipulierbarkeit sowie die öffentliche Verbreitung in einer eigenen Radiosendung runden den Inhalt ab. Die Kinder sollen sich in der Projektwoche gerade durch die Entwicklung eigener Medienfiguren selbst verwirklichen und sich so mit ihrem Hörspiel in hohem Maße identifizieren können.

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